Prolog
Meru
Kili
Fazit

Fotobuch
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Aufstieg auf den
Kilimanjaro (5895 m)
Tag
1:
Mit einem Kleinbus fuhren wir etwa eine Stunde lang bis zum
Marangu-Gate, dem Eingang zum Kilimanjaro Nationalpark. Unser
Gepäck wurde wieder auf die Träger verteilt und wir
mussten uns registrieren. Bevor es dann endlich losging, hatten wir
noch viel Zeit. Deshalb haben wir noch Lunchpakete geplündert.
Um eins war es endlich soweit. Durch das Marango-Gate begannen wir
unsere Besteigung des Kilimanjaro. Am Anfang führte unser Weg
durch dichten Regenwald. Auf den Bäumen konnten wir viele
Affen entdecken. Neu waren für mich die
schwarz-weißen Affen mit ihrem langen weißen
Schwanz. Bis zur 2730 m hoch gelegenen Mandara Hütte waren
eigentlich 5 Stunden Gehzeit angesetzt, wir haben es aber schon in
knapp 4 Stunden geschafft.
Die Hütte lag noch mitten im Wald und die Bäume waren
gut mit laut krakelenden Affen besetzt. Getreu dem Motto
„wandere hoch, schlafe tief“ sind wir noch etwa 100
– 200 m höher auf den Rand des Maundi Kraters
gewandert.
Nach dem Essen sind wir
in unsere kleinen Hütten zum
Schlafen
gekrochen. Zumindest habe ich versucht zu schlafen, was mir recht
schwer viel. Die Höhe machte sich schon bemerkbar.
Tag
2:
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen
stiegen wir weiter bergan. Unser Ziel war heute die 3720 m hoch
gelegene Horombo-Hütte. Schon bald wechselte der Regenwald in
einen trockenen Erikawald und wurde später durch Moorland
abgelöst. Da wir ja an einem Tag 1000 m hoch stiegen,
durchlebten wir auch viele
Vegetationszonen. Schon bald hatten wir
freie Sicht auf den Gipfel des Kilimanjaro. Wir haben deshalb die erste
Pause eingelegt und ausgiebig fotografiert. Nach fünf Stunden
Wanderung mit mehreren Pausen erreichten wir am frühen
Nachmittag die Horombo-Hütte. Unser Lunchpaket hatten wir
unterwegs verputzt, hier auf der Hütte überraschte
uns unser Koch mit Popcorn und frisch gerösteten
Erdnüssen.
Am Nachmittag sind wir wieder knapp 300 m höher zum Zebra-Rock
aufgestiegen. Mit etwas Phantasie erkennt man in dem
schwarz-weiß gestreiften Felsen wirklich ein Zebra. Auf der
anderen Seite wurde der 5100 m hohe Mawenzi, der kleine Bruder vom
Kilimanjaro, sichtbar. Dieser Berg ist sehr zerklüftet und
felsig und sieht so ganz anders als der Kili aus.
Die Hütten waren die gleichen wie vorher an der
Manadara-Hütte.
Vor dem Essen bekam jeder von uns wieder eine kleine Schüssel
mit warmem Wasser. Es ist schon erstaunlich, mit wie wenig Wasser man
sich einigermaßen waschen kann. Wir haben es jedenfalls von
Kopf bis Fuß versucht.
Das Abendessen war wieder alle Erwartungen übertreffend gut.
In dieser Nacht habe ich nur noch wach gelegen. So wie ich einschlafen
wollte und dabei die Atmung flacher wurde, bin ich hochgeschreckt, weil
die Luft nicht ausreichte. Die Höhe forderte doch schon ihren
Tribut. Also lag ich eher wach und habe bewusst tief Lust geholt. Ich
war nur froh, dass ich keine Anzeichen einer Höhenkrankheit
hatte.
Tag 3:
Vor uns lag heute wieder ein 1000 m hoher Anstieg bis zur
Kibo-Hütte. Dabei durchquerten wir den Kibo-Sattel der sich
zwischen dem Gipfel des Kilimanjaro und Mawenzi erstreckt. Vor uns lag
der Kili, hinter uns der Mawenzi. Der Kibo-Sattel ist eine einzige
trockene Wüste. Wir hatten also eine Höhe erreicht,
in der fast nichts mehr wächst.
Da wir auch schon die 4000 m überschritten hatten, war der
Aufstieg auch deutlich anstrengender. Nach mehreren Pausen,
einschließlich Mittagspause mit Lunchpaket kamen wir am
frühen Nachmittag auf der Hütte an. Die bestand aus
einem fest gemauerten Haus mit großen Schlafsälen.
In unserem Raum standen 6 Doppelstockbetten und ein großer
Tisch, an dem wir gegessen haben.
Vor dem Pflichtaufstieg zur Akklimatisierung sollten wir uns noch etwas
hinlegen. Also sind wir in unsere Schlafsäcke gekrochen. Bevor
wir zu der kleinen Wanderung aufgebrochen sind, bekamen wir nochmal Tee
und Popcorn. Als wir jedoch aus unseren Schlafsäcken gekrochen
und aufgestanden sind, haben wir alle furchtbar gefroren. Das hatte ich
so auch noch nicht erlebt.
Die Höhenkrankheit hatte sich aus unserer Gruppe das
nächste Opfer ausgesucht. Eine Wanderin hatte große
Kopfschmerzen verbunden mit Übelkeit und entschied sich
deshalb
vernünftigerweise zum Abbruch. Sie ist dann in
Begleitung wieder 1000 m zur Horombo-Hütte abgestiegen, wo es
ihr wieder besser ging.
Wir stiegen noch 200 m hoch und wieder runter.
Nach dem Abendessen, es gab Nudeln, konnten wir noch ein paar Stunden
ruhen. Schlafen konnte hier oben fast niemand mehr.
Um 23 Uhr wurden wir aus den Betten gerufen. Es gab vor dem Aufstieg
nochmal Tee und ein paar Kekse.
Tag 4:
Punkt Mitternacht brachen wir zu Gipfelbesteigung auf. David und Franky
haben uns angeführt und das Tempo vorgegeben. Von Tempo kann
man eigentlich nicht reden, es war eher Zeitlupe mit der wir uns
bewegten. Und das war gut so. Es ging recht steil in Serpentinen
bergan. Da es Nacht war und wir nur mit Stirnlampen unterwegs waren,
konnten wir nicht viele sehen. Vor uns liefen drei kleinere Gruppe und
an deren Licht konnten wir erahnen, wie hoch es noch ging. Die Luft
durch die Nase reichte schon lange nicht mehr aus. Also habe ich mir
ein Tuch vor den Mund gebunden und durch den Mund geatmet. Der Aufst ieg
war trotzdem schwer. Das ging aber allen so. Die Guides haben unseren
beiden Frauen dann auch die Rucksäcke abgenommen, weil sie
merkten, dass sie an ihre Grenzen kamen.
So erreichten wir schließlich nach etwa 5
½
Stunden den Gillmans Point auf dem Kraterrand in 5685 m Höhe.
Es war noch dunkel und wir waren alle glücklich, oben
angekommen zu sein.
Obwohl wir alle ziemlich fertigt waren, wollten wir doch den
höchsten Punkt des Kili, den Uhuru Peak mit seinen 5895 m
erreichen.
Die Höhe machte sich bemerkbar und jeder Schritt war
unheimlich anstrengend. Für die 200 m Aufstieg haben wir
nochmal fast 1 ½ Stunden gebraucht. Belohnt wurde unsere
Anstrengung mit einem wunderschönen Sonnenaufgang, dem Anblick
der Gletscher und natürlich im wahrsten Sinne des Wortes
atemberaubender Landschaft.
Als wir am Uhuru Peak ankamen, waren wir alle
überglücklich. Ich bin unseren Guides um den Hals
gefallen und habe mich dafür bedankt, dass sie uns hier hoch
geführt haben.
Nach den vielen Pflichtfotos auf den Gipfel ging es nur noch bergab.
Ich war dankbar für jeden Meter abwärts, hatte ich
doch das Gefühl, dass mir mit jedem Meter das Atmen leichter
fiel.
Während des beginnenden Abstieges hatten wir fast unseren
dritten Ausfall. Einer unserer Wanderer verlor plötzlich das
Gleichgewicht und wäre beinahe gestürzt,
hätte ihn nicht ein Guide noch aufgefangen.
Runter ging es, wen wundert es, wesentlich leichter und schneller als
hoch. Während wir beim Aufstieg uns in langen Serpentinen
hochquälten, gingen wir nun querfeldein durch den Schotter
nach unten. Das war fast wie Skifahren, nur im Schotter. Der Abstieg
über die 1000 Höhenmeter hat über zwei
Stunden gedauert. Jedenfalls waren wir gegen 10 Uhr wieder in der
Kibo-Hütte. Nachdem wir etwas geruht und unser Gepäck
verstaut hatten, gab es noch ein Mittagessen. Dann ging es die
nächsten 1000 m zur Horombo-Hütte runter.
Wir waren etwas erschöpft, aber glücklich, es
geschafft zu haben.
Nach einer Katzenwäsche und Abendessen sind wir in unsere
Schlafsäcke gekrochen und wollten nur noch schlafen.
In dieser Nacht konnte ich sogar in 3800 m Höhe ein paar
Stunden schlafen.
Tag
5:
Der letzte Tag ist angebrochen. Das einzige Ziel war heute, abzusteigen
und zurück ins Hotel zu fahren. 2000 m mussten wir wieder
absteigen. Das klingt schlimmer als es am Ende war. Wir waren recht
flott zu Fuß. In knapp 4 Stunden waren wir an der
Mandara-Hütte und nach nochmals nicht mal 3 Stunden am
Marangu-Gate, dem Ausgangspunkt unser Bergbesteigung, angelangt.
Was wir nicht erwartet hatten: Unsere beiden Köche hatten uns
nochmal ein schönes Essen mit Kartoffeln, Hühnchen,
Salat und diversem Obst bereitet. Das war nochmal eine angenehme
Überraschung.
Mit dem Bus waren wir nach einer Stunde wieder im Hotel. Es war
vollbracht!
Am Abend wurden uns von Franky und David unsere Zertifikate
für die Besteigung der drei Berge überreicht.
Nach dem Abendessen haben wir uns verabschiedet, denn die ersten aus
unserer Gruppe sind bereits am frühen Morgen nach Sansibar
aufgebrochen.

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