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Gedanken zur Berlin-Wahl 2001

Ich schäme mich.
Ja, Sie haben richtig gelesen. Ich schäme mich für die 48% Ostberliner, die 12 Jahre nach der Wende in der DDR und 11 Jahre nach der Deutschen Einheit wieder PDS gewählt haben, als hätte es die DDR nie gegeben. Wo sind heute die fast eine Million Menschen, die am 4. November 1989 in Berlin gegen SED und Stasi auf die Straße gegangen sind. Ist das alles schon vergessen ?
Nun mögen mir Kritiker meiner Ansichten vorwerfen, die PDS sei nicht mit der SED gleichzusetzen und habe sich gewandelt. Das mag durchaus für einige Vorzeigepolitiker der PDS zutreffen, aber über 80% der Parteimitglieder sind immer noch die alten SED-Kader. Ist es etwa normal, dass PDS-Politiker zugeben, bei der Stasi gewesen zu sein und sich in den Bundestag wählen lassen oder mit einem Millionenkapital des Ehemannes die verbohrte Kommunistin spielen (Ich nenne bewusst keine Namen). Davor verschließen leider immer mehr Menschen im Ostteil der Stadt die Augen und lassen sich von so hohlen Worthülsen wie "Soziale Gerechtigkeit" und "Frieden" blenden, die sich jede x-beliebige Partei auf die Fahne schreiben könnte. Mit solchen Phrasen werben ist das eine, reale Politik umsetzen das andere.
Es wäre ja noch verständlicher, wenn die sogenannten Verlierer der Einheit aus Verbitterung und Verklärung der DDR die PDS gewählt hätten, aber selbst die enormen sozialen Probleme im Ostteil der Stadt erklären nicht die 48%. Erstaunlicherweise wird die PDS vor allem von gut verdienenden Familien gewählt.
Vielleicht kam die Wiedervereinigung eben doch zu schnell. Hätten die Ostberliner die tatsächliche wirtschaftliche Lage der DDR schmerzlich zu spüren bekommen,...vielleicht würde dieser damals kaputte Staat heute weniger verklärt und das politische Erbe der PDS ernster genommen.

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